Markt für Musik-Streaming wächst rasant
Nur wenige Wirtschaftsbereiche wurden durch das Internet so stark aufgemischt wie die Musikbranche. Doch während sich etwa die Reisebranche sich auf die Veränderungen eingestellt hat und mit neuen Konzepten auch zusätzliche Kundennutzen geschaffen hat, sieht die Musikindustrie das Internet eher als Bedrohung.
Die Musikindustrie hat nach wie vor ihre liebe Not mit den veränderten Nutzungsgewohnheiten durch das Internet. Trotz Abmahnungen im großen Stil beziehen viele Konsumenten nach wie vor ihre Musik durch Filesharing. Außer der Rechtskeule hat die Musikindustrie aber bisher den kostenlosen Downloads wenig entgegenzusetzen.
Eine Chance hat sich aber in den letzten Jahren immer deutlicher herauskristallisiert. Musik-Streaming könnte ein größerer Trends werden, mit dem auch wieder einstige Filesharer als Konsumenten gewonnen werden könnten. Ein großes Musik-Reportoire zu einem monatlichen Fixpreis unbegrenzt zu hören - das ist, was sich viele wünschen. Bei entsprechenden Preisen ist das finanziell verschmerzbar, und dennoch hat man jederzeit Zugang zu einer sehr großen Auswahl. Der Preis lohnt sich vermutlich allein deswegen, weil die mühsame Suche nach Musikstücken in ansprechender Qualität sowie das rechtliche Risiko wegfallen.
Das scheinen auch Marktforscher so zu sehen. Laut einer nun veröffentlichten Studie von ABI Research wird der Markt für Musikstreaming rasant schnell wachsen. Fast 6 Millionen Nutzer werden für 2011 erwartet, mit Wachstumsraten von rund 95% pro Jahr sollen es dann 2016 bereits 160 Millionen Nutzer sein. Kein Wunder also, dass Musikdienste wie Spotify auf einen Unternehmenswert von einer Milliarde Dollar geschätzt werden.
Ein wesentlicher Faktor fürs Wachstum ist dabei die mobile Nutzung. Wenn Streaming nicht nur am PC, sondern auch am MP3-Player bzw. Handy verfügbar ist, wird der Dienst erst richtig interessant. Zwei Hürden könnten dem aber noch im Weg stehen: die Datentarife der Mobilfunk-Anbieter müssen entsprechende Inklusiv-Datenvolumen bieten - und die Problematik der Ländergrenzen bei der Lizenzierung sollte ebenso gelöst werden.